Berufsbild der Logopädin/des Logopäden

Logopädische Leistungen sind Teil der medizinischen Grundversorgung in Österreich.

Seit Juli 2018 besteht für Angehörige eines gesetzlich geregelten Gesundheitsberufes, wozu auch die Tätigkeit als Logopädin/Logopäde zählt, die Verpflichtung zum Eintrag in das Gesundheitsberuferegister. Dieser Eintrag ist Voraussetzung zur rechtmäßigen Ausübung des Berufs in Österreich und soll den Patienten Sicherheit bezüglich der fachlichen Qualifikation geben.

Logopädinnen und Logopäden sind eigenverantwortlich in der Prävention, Beratung, Untersuchung, Diagnose, Therapie und wissenschaftlicher Forschung von Kommunikationsstörungen tätig. Dies bezieht sich sowohl auf den verbalen, als auch den nonverbalen Bereich und den damit in Zusammenhang stehenden Störungen und Behinderungen, die alle Altersgruppen betreffen können. 

Wie aus dem Indikationenkatalog - abgeschlossen zwischen den Versicherungsträgern und dem Berufsverband der österreichischen Logopädinnen und Logopäden - (Quelle: logopädieaustria) ersichtlich, zählen hierzu unter anderem Störungen 

  • des Sprachverständnisses,
  • der gesprochenen und geschriebenen Sprache,
  • des Sprechens,
  • der Mundfunktionen,
  • des Hörvermögens, der Hörwahrnehmung und -verarbeitung,
  • der Stimme und der Atmung

 

Therapieangebot

Mein Therapieangebot richtet sich vorwiegend* an Kinder (ab dem letzten Kindergartenjahr - "Schulanfänger") und Jugendliche. Folgende Bereiche werden abgedeckt:

  • Artikulationsstörungen (= fehlerhafte Lautbildung): F80.0, Rhinophonien (Näseln): R49.2
  • Expressive und rezeptive Störungen im Bereich Grammatik,   Morphologie und Syntax, Sprachentwicklungsstörungen: F80.1, F80.2, F80.8, F80.9
  • Schriftspracherwerbsstörungen: Störungen des Schreibens und Lesens bzw. schulischer Fertigkeiten --> Entwicklungsdysgraphie, Entwicklungsdyslexie, LRS -->ICD-10: F81.0, F81.1, F81.3, F81.8 bzw. DSM 5: 315.00, 315.01, 315.02 (umgangssprachlich "Legasthenie")
  • Störungen der phonologischen Informationsverarbeitung (u.a.phonologische Bewusstheit, phonologische Codierung/Recodierung) und der auditiven Wahrnehmung: F80.20, F80.28
  • *Orofaciale Funktionsstörungen (z.B. fehlerhafte Zungenruhelage, falsches Schluckmuster, offene Mundhaltung) - K07.5                     Die Behandlung erfolgt u.a. mittels "NF!T® - Methode nach Rogge, welche auch bei Erwachsenen mit CMD (craniomandibuläre Dysfunktion/ Kiefergelenksbeschwerden), Bruxismus (Zähneknirschen), Facialisparese, vor verlagertem Würgereflex, zur allgemeinen Tonusregulierung und Verbesserung der sensomotori= schen Wahrnehmung im Mund-Gesichtsbereich geeignet ist.

    Diese Therapieform kann bei Patienten aller Altersstufen angewendet werden. Es erfolgt ein Training der  Basisfunktionen "Atmen - Kauen - Saugen - Schlucken", die dafür zuständigen Muskeln werden bearbeitet und Nervenreize gesetzt. Durch die Intensität und Kontinuität der Übungen wird ein Nachwirkeffekt erzielt, der sich positiv auf das muskuläre Gleichgewicht auswirkt. Verbesserungen sind auch ohne häusliche Wiederholungsübungen erzielbar.

Verordnung - Kostenrückerstattung
 

Ich bin als Wahllogopädin bei folgenden Versicherungsträgern gemeldet: ÖGK - SVS - BVAEB - LKUF - KFG/KFL

Damit Ihr Versicherungsträger die anteiligen Therapiekosten übernimmt, ist eine Zuweisung der FachärztIn/AllgemeinmedizinerIn erforderlich. Diese muss bei der SVS derzeit immer noch chefärztlich bewilligt werden, was ich gerne für Sie übernehmen kann. Bei der ÖGK entfällt die chefärztliche Bewilligung vorerst bis 30.06.2025.

Diese ärztliche Zuweisung sollte Folgendes beinhalten:

  • Zuweisung an: Evelyn Seidl, Logopädin
  • Zweck/gewünschte Leistung: Logopädische Diagnostik & Therapie erbeten, 10 x 60 min (bei Schriftspracherwerbsstörung 20 x 60 min)
  • Diagnose: V.a. Sprachentwicklungsstörung/Schriftspracherwerbsstörung

Die endgültige Diagnose wird von mir ergänzend angeführt.


              Tarife & Rückerstattung am Beispiel ÖGK 

Bei der Tarifgestaltung achte ich darauf meinen Patienten eine mehr als 50%-ige Rückerstattungsquote zu ermöglichen. Sie erhalten je nach Versicherungsträger zwischen  55 % und 75 % (bei Kindern tw. bis 90%) der aufgewendeten Kosten rückerstattet.
Sollten Sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, so übernimmt diese in vielen Fällen die Deckung des Differenzbetrages.   

Meine Ünterstützung für AlleinerzieherInnen bzw. Familien in finanziell belastenden Situationen: Ich biete Ihnen 60min-Th-EH zu einem günstigen Sozialtarif an, der nahe am Rückerstattungsbetrag der ÖGK liegt. Kontaktieren Sie mich für nähere Infos zu den Voraussetzungen.


     Erstsitzung ca. 90 min.    91,00 €       Rückerstattung 48,00 €

             

     Folgesitzung 60 min.      81,00 €         Rückerstattung 48,00 €

             

       Folgesitzung 45 min.       60,75 €         Rückerstattung 36,00 €  

             

      Folgesitzung 30 min.       40,50 €         Rückerstattung 24,00 €  


Logopädische Sitzungen sind umsatzsteuerfrei (§6, Zi 19 UStG).


Jede Einheit ist sofort nach erbrachter Leistung bar zu begleichen, wofür Sie einen Registrierkassenbeleg erhalten.

Nach jeweils 5 Einheiten erhalten Sie eine Sammelhonorarnote, die Sie mit der ärztlichen Verordnung (und der chefärztlichen Bewilligung) bei Ihrem Versicherungsträger einreichen und um Kostenrückerstattung ansuchen. Dies kann persönlich, auf dem Postweg, per Mail oder auch online erledigt werden. ("Handy Signatur")

Sollte es für Sie erforderlich sein bei Ihrer Versicherung in kürzeren Abständen um Kostenrückerstattung ansuchen zu wollen, ersuche ich um Mitteilung.

Durch die Kosten abgedeckt sind nicht nur direkte Leistungen für Diagnostik/Therapie/Beratung, sondern auch aufgewendete Zeiten für administrative Arbeiten wie Therapieplanung, Dokumentation, Befundauswertung, Telefonate.

Präventive Maßnahmen und Beratungen können auch ohne ärztliche Verordnung durchgeführt werden. Die Kosten hierfür sind ausschließlich privat zu finanzieren.


Kostenübernahme bei Störungen des Schriftspracherwerbs:

(LRS - Entwicklungsdyslexie/-dysgraphie - "Legasthenie")

Die Versicherungsträger übernehmen die anteiligen Therapiekosten bei Störungen des Schriftspracherwerbs, sofern eine Diagnose i.S einer behandlungsbedürftigen Störung lt. Indikationenkatalog vorliegt, wodurch sie in den Kompetenzbereich der Logopädie fallen. Als eine der Ursachen ist eine Verarbeitungs- bzw. Abrufstörung im auditiven/phonologisch-lexikalischen System zu sehen. Lesen Sie hierzu die Studie der Sozialversicherungsträger.


Ablauf 

Ersttermin (nicht bewilligungspflichtig) 

Zum Ersttermin bringen Sie bitte Kopien aller verfügbaren Befunde und bei LRS-Verdacht auch Schreibproben (SA, Diktate, Aufsätze) Ihres Kindes mit.

Im Idealfall haben Sie bereits eine Zuweisung Ihres Haus-/Facharztes (siehe oben). 

Beim Ersttermin wird eine orientierende Diagnostik durchgeführt, wobei die Hauptdefizite festgestellt werden, auf denen sich der Therapieansatz/Behandlungsplan begründet. Daran anschließend führen wir ein ausführliches Anamnesegespräch. Fragen bezüglich Therapie= ansatz und -schwerpunkte, sowie (ungefähre) Dauer und Zeitaufwand für häusliche Übungen werden geklärt.

Erste Folgesitzung und weiterer Verlauf

Die chefärztliche Bewilligung und ein Ringordner für Übungsmaterial sind mitzubringen. Sie erhalten einen Behandlungsplan und wahrscheinlich finden noch umfassendere, ergänzende diagnostische Überprüfungen statt.

Mit dem Behandlungsplan erhält Ihr Kind jedoch kein starres Konzept "übergestülpt" sondern er dient uns als Wegweiser. 

Meine Aufgabe besteht darin, die einzelnen Etappen so aufzubereiten und abzusichern, dass sie schaffbar sind. Wie schnell wir die Route beschreiten, ob auf Umwegen oder erst nachdem wir Steine aus dem Weg geräumt haben (= erforderliche Basisfähigkeiten erarbeiten/festigen, um darauf aufzubauen), das liegt an den Fähigkeiten Ihres Kindes, seiner Motivation und Ihrer Unterstützung. 

Bei Kindergartenkindern und jungen Schulkindern erfolgt die Therapie eingebettet in spielerische Rahmenhandlungen. Dennoch stehen immer die Übungen und nicht das Spiel selbst im Vordergrund.

Gerade in der Lauttherapie oder beim myofunktionellen Training sind sehr viele Wiederholungen aktiv vom Kind zu leisten, da sich nur so die über Jahre festgefahrenen Muster verändern lassen. Dies setzt  eine gewisse Reife und Kooperationsbereitschaft Ihres Kindes voraus. 

Lob und Anerkennung seiner Bemühungen und das Erleben der eigenen Fähigkeiten, wenn es merkt, was Lippen und Zunge leisten können, wirken stark motivationsfördernd. Plötzlich werden auch die "schwierigen Laute" kontrollierbar und immer leichter aussprechbar :-)

Geht es nach ausreicheneder Erarbeitung "nur" noch um den Transfer, also die Übernahme  von Lauten oder grammatikalischen Strukturen in die Spontansprache, so ist spielerisches Handeln der Motor damit (häusliches) Üben weiterhin gelingen kann. Die Logopädin Ilona Vergeiner bietet auf ihren Seiten zahlreiche Anregungen dafür.

Kommt die NF!T®-Methode zur Anwendung, so lassen sich auch ohne häusliche Übungen deutliche Verbesserungen erzielen. Das Durchhalten während der Therapieeinheit, wobei die Basisfunktionen "Atmen - Kauen - Saugen - Schlucken" bzw. die dafür zuständigen Muskeln intensiv bearbeitet werden ist dennoch unumgänglich. Durch die Intensität und Kontinuität der Übungen wird ein Nachwirkeffekt erzielt, der sich positiv auf das muskuläre Gleichgewicht auswirkt.

Alle Therapie-Einheiten werden individuell auf Ihr Kind abgestimmt und nicht von vorgefertigten Konzepten dominiert. Die Dokumantation über die Durchführung ist obligatorisch. Fortschritte können so gut festgehalten und der Behandlungsplan auf seine Wirksamkeit überprüft werden.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass sich Ihr Kind und Sie bei mir gut aufgehoben fühlen. Für Fragen oder Anliegen bin ich immer offen und bemüht, gemeinsam mit Ihnen Lösungswege zu finden.